Landschaftszerstörung durch die Firma Weig und die Stadt Mayen in Alzheim
durch das neue Industriegebiet "Spurzem"
(Quelle: Google Earth 2016)

Diese Seite dokumentiert und gibt die Meinung des Erstellers wieder zum Versagen des Oberbürgermeisters Treis und der Mehrheit des Stadtrates der Stadt Mayen sowie derjenigen, die sich (einst) u. a. den Schutz unserer Umwelt und direkte Demokratie auf ihre Fahnen schrieben, der sog. Grünen, im Zusammenhang mit dem geplanten Industriegebiet "Spurzem", südlich von Mayen-Alzheim. (Stand: 29.11.16)


Worum geht es?


Diese wunderschöne Landschaft im Süden von Mayen-Alzheim soll zerstört werden.




30 ha möchte sich die in der Stadt Mayen ansässige Papierfabrik Weig einverleiben. Der Großteil der Grundstücke gehört ihr scheinbar bereits.

Die Firma Weig macht keine Angaben, was genau hier gebaut werden soll. Den Oberbürgermeister der Stadt Mayen, Sparkassenangestellter Wolfgang Treis, scheint es nicht zu interessieren. Firma Weig und Oberbürgermeister Treis blasen in ein Horn: Bevor der Bebauungsplan nicht beschlossen ist, können keine näheren Angaben gemacht werden.

Tatsächlich darf die Firma Weig dort fast 20 m hohe Lagerhallen, vermutlich Hochregallager, errichten und das über eine Strecke von mehreren Hundert Metern. Von 30 ha sollen 28 ha (!) überbaut werden. Einzelne Gebäudeteil, wie z. B. Schornsteine, dürfen auch wesentlich höher errichtet werden.

Das Gebiet dient den Alzheimern als Erholungsgebiet. Ein Kreuzweg und Funde aus der Römer- und Bronzezeit machen dieses Gebiet zusätzlich wertvoll. Die zu erwartende Bebauung wird die Landschaft Richtung Süden komplett zerstören. Eine bereits bestehende Halle hinter der Autobahn A48 lässt erahnen, welche Zerstörung zu erwarten ist. Der Himmel dürfte nachts hell erleuchtet sein.

Den Verantwortlichen sind im Wesentlichen zwei Vorwürfe zu machen:

1. Es fand keine ausreichende Abwägung zwischen der Zerstörung der Landschaft sowie der Bedeutung für die Gemeinde Alzheim auf der einen Seite und dem Nutzen einer Erweiterungsfläche der Firma Weig für die Gesellschaft auf der anderen Seite sichtbar statt. Eine Ergebnis "Nein, diese Landschaft ist uns wichtiger" scheint von Anfang an ausgeschlossen. Und so fand m. E. kein fairer, ergebnisoffener Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde Alzheim statt. Kurz vor der Offenlegung des Bebauungsplanes, genauso wie ihn die Firma Weig benötigt, wurde informiert, Fragen gehört, Einwände entgegengenommen. Das alles jedoch unter der Maßgabe, dass die Bebauung erfolgen wird. Erlaubt ist nur noch Kosmetik. Und so scheint auch keine Wertung und Diskussion der Einschätzung der Gutachter stattzufinden, dass es sich hier um eine "sensible Landschaft" handelt und wie das Meer an Lagerhallen in diese Landschaft eingebunden werden könnte, wie dies gesetzlich gefordert ist.
"Die Landschaft ist in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit auch wegen ihrer Bedeutung als Erlebnis- und Erholungsraum des Menschen zu sichern. Ihre charakteristischen Strukturen und Elemente sind zu erhalten oder zu entwickeln. Beeinträchtigungen des Erlebnis- und Erholungswerts der Landschaft sind zu vermeiden. Zum Zweck der Erholung sind nach ihrer Beschaffenheit und Lage geeignete Flächen zu schützen und, wo notwendig, zu pflegen, zu gestalten und zugänglich zu erhalten oder zugänglich zu machen. Vor allem im siedlungsnahen Bereich sind ausreichende Flächen für die Erholung bereitzustellen. Zur Erholung im Sinne des Satzes 4 gehören auch natur- und landschaftsverträgliche sportliche Betätigungen in der freien Natur". (§ 2 Abs. 1 Nr. 13 BNatSchuG)

Da die Firma Weig bis zum heutigen Tage nicht erklärt, welche Nutzung genau vorgesehen ist, kann eine Abwägung auch nicht erfolgen. U. a. führen die sog. Grünen Vordereifel des Stadtrates der Stadt Mayen eine drohende Abwanderung, Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze an. Tatsächlich erweitert die Firma Weig in Mayen, keine Spur von Abwanderung. Zur Höhe der Steuereinnahmen und neuen Arbeitsplätzen äußern sich weder die Firma Weig, noch Oberbürgermeister Treis, noch die Grünen. "Kaffeesatzleserei" sei das, erklärt sich Oberbürgermeister Treis, treibt das Verfahren und die Maßnahme aber gleichzeitig voran.

In vorderster Linie haben Oberbürgermeister Treis und der Ortsvorsteher Alzheim Herr Geisen hier meiner Meinung nach versagt. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, eine offene Diskussion, eine echte Bürgerbeteiligung sicherzustellen. Der eine regiert Mayen wie eh und je, unterstützt die Industrie, der andere schweigt.

2. Auf die Frage nach Alternativen erwidert die Stadt Mayen, dass kein anderes Gebiet in der Größe, wie die Firma Weig dies fordere, verfügbar sei auf dem Stadtgebiet der Stadt Mayen. Das mag so sein. Aber warum wird die Größenordnung der Forderung nicht hinterfragt, zumal angeblich momentan zur konkreten Nutzung, zu Gewerbesteuereinnahmen und zu neuen Arbeitsplätzen keine Aussagen gemacht werden können? Warum wird keine Teilung und Verteilung in Erwägung gezogen, wenn doch selbst die Firma Weig jetzt noch nicht sagen kann, was geplant ist? Warum muss die Erweiterung überhaupt auf dem Gebiet der Stadt Mayen liegen?

Im Ergebnis ein augenscheinlich verlogenes Vorgehen der verschiedenen Akteure?

Was der Beschluss des Stadtrates der Stadt Mayen vernichten wird (vorher):

Was der Beschluss des Stadtrates der Stadt Mayen vernichten wird (nachher) - Animation, so oder so ähnlich könnte es aussehen:



Die Aussagen der Firma Weig


Vor Beschluss des Bebauungsplanes könnten keine näheren Angaben gemacht werden, wie das Industriegebiet "Spurzem" bei Mayen-Alzheim genutzt werden könne. Soweit die Aussagen der Vertreter der Firma Weig bei der Einwohnerversammlung in Mayen-Alzheim.
Auf meine Nachfrage schreibt die Firma Weig u. a.: "Bezugnehmend auf Ihre Anfrage sind wir der Auffassung, dass die Ihrerseits aufgeworfenen Fragestellungen im Rahmen der Anwohnerversammlung in Alzheim am 29.09.2016 hinlänglich diskutiert bzw. beantwortet wurden." M. E. eine Basta-Politik ganz im Zeichen des grünen Oberbürgermeisters Treis.


Arbeitsplätze contra Landschaftsschutz?

Die Gegner der jetzigen Planung und vor allem der bisherigen Vorgehensweise der Verwantwortlichen stellen sich weder grundsätzlich gegen die Instustrie, noch gegen Erweiterungen, noch den Verbrauch von Landschaft und Natur hierfür. Sie wissen wie alle Beteiligten, wie überaus wichtig es ist für Menschen, Arbeit zu haben, für die Industrie, sich zu entwickeln, konkurrenzfähig zu bleiben. Unser aller Wohlstand hängt auch davon ab.
ABER: Die Zeiten sind vorbei, in denen Bürger den Aussagen und Versprechungen von Industrie und Politik blind vertrauten. Das haben sich deren Vertreter selbst zuzuschreiben. Wir stellen Fragen! Und wir geben uns nicht mit Schlagworten wie "Arbeitsplätze" als Antwort zufrieden. Wir wollen beteiligt werden und zwar, ohne dass das Ergebnis bereits feststeht.
Wenn ein Unternehmen Landschaft verbrauchen möchte, wollen wir wissen, wofür, welche Vorteile dies der Gesellschaft bringt und welche negativen Folgen es hat. Wir wollen dies wissen, damit wir mit abwägen können, was uns wichtiger ist. Wir wollen dies wissen, damit wir in der Diskussion z. B. die Frage nach Alternativen stellen können. Mit der bloßen Forderung eines Unternehmens geben wir uns nicht zufrieden.
Wenn ein Unternehmen unsere Heimat verbrauchen möchte, wollen wir auch wissen, was genau geplant ist. Wir überlassen die Umsetzung nicht alleine der Verwaltung und Politik. Wir vertrauen nicht blind auf rechtliche Regelungen.
Wenn die Firma Weig nicht bereit ist, ihre Planungen endlich umfassend offenzulegen, die Politk dies aber akzeptiert und gleichzeitig mit den Rahmenregelungen ermöglicht, 30 ha Fläche, 20 m in der Höhe, auf fast 1,5 km Breite, in solch exponierter Lage irgendwie zu überbauen und damit für immer zu vernichten, wenn auch nicht im Ansatz erkennbar ist, wie hier eine Einbindung in die Natur erfolgen kann, wie der Sensibilität dieser Landschaft Rechnung getragen werden kann, dann lautet unsere Antwort: NEIN, so nicht!


Die offiziellen Unterlagen

Vorlage "Bebauungsplan Industriepark Osteifel, Teilgebiet »Spurzem« 4384/2016/2, Mayen-Alzheim" vom 27.05.16

Vorlage "Bebauungsplan Industriepark Osteifel, Teilgebiet »Spurzem« 4384/2016/3, Mayen-Alzheim" vom 05.07.16

Sitzung des Stadtrat vom 13.07.2016 (TOP 18 Bebauungsplan Industriepark Osteifel, Teilgebiet »Spurzem«, Mayen-Alzheim - erneute öffentliche Auslegung)

Die Beschlüsse aus dem Jahre 2006:
Sitzung des Stadtrat vom 29.03.2006 (TOP 24 Beschluss des Bebauungsplanes Industriepark Osteifel, Teilgebiet »Spurzem«, Mayen-Alzheim - Satzungsbeschluss (1894/2005)

Sollten die Dokumente nicht mehr über o. a. Links verfügbar sein, nutzen Sie bitte die Recherche im Sitzungsdienst-Bürgerinformationssystem der Stadt Mayen unter Verwendung z. B. des Stichwortes "Spurzem".


Zeitungsartikel, Leserbriefe, Kommentare

Zeitungsartikel Rhein-Zeitung "Geplantes Industriegebiet heftig diskutiert" vom 01.10.16

Artikel Blick-aktuell "Negative Auswirkungen für den Stadtteil Alzheim befürchtet" vom 01.10.16

Zeitungsartikel Rhein-Zeitung "Weig will wachsen" vom 21.10.16

Artikel Blick-aktuell "Interessenausgleich auf Augenhöhe angestrebt" vom 21.10.16 (bitte nach oben scrollen)

Leserbrief Rhein-Zeitung "Nichts Konkretes geplant" vom 05.10.16 Autor Edgar Gättner

Leserbrief Blick aktuell "Baugebiet zur Erweiterung der Firmengruppe Weig" vom 11.10.16 Autor Hans Windolf

Leserbrief Rhein-Zeitung "Warum diese Kaltschnäuzigkeit?" vom 27.10.16 Autor Edgar Gättner



Die Alternativen

Reduzierung der Planungsfläche auf ein für die Landschaft und die Gemeinde Alzheim verträgliches Maß

Industriegebiete nicht auf Vorrat planen, wenn niemand die konkreten Bedarfe und Vorteile für die Gesellschaft kennt

Prüfung von alternativen Flächen "Auf Lend" und im Bereich OBI Mayen oder außerhalb des Stadtgebietes

Absage an die Firma Weig: Lagerhallen oder was auch immer nicht in Alzheim, nicht in der Größe!


Die Rolle des Oberbürgermeisters Treis

Der grüne Oberbürgermeister Treis könnte anregen, zunächst einmal den früheren Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan von 2006 zu hinterfragen. Im Bereich zwischen der Autobahn A48 und der alten Landstraße nach Polch könnte man sich durchaus eine Nutzung vorstellen, wenn Gebäudehöhe und Umweltbelastung das Landschaftsbild nicht unverhältnismäßig beeinträchtigen würden.

Weiter könnte er sich dafür einsetzen, dass die Firma Weig die Karten auf den Tisch legt. Man muss schon sehr naiv sein anzunehmen, dass Bürgerinnen und Bürger den Worten der Akteure glauben, eine Firma kaufe 30 ha Land, habe aber keine weiteren konkreten Planungen und warte zunächst auf einen Bebauungsplan, um dann erst loszulegen. Dass die Vertreter der Firma Weig dennoch angaben, ihnen reiche eine Gebäudehöhe von 10 m nicht aus, macht sie nicht nachdenklich, Oberbürgermeister Treis?

Abhängig davon könnte Oberbürgermeister Treis den übermäßigen Anspruch der Firma, nämlich 30 ha, hinterfragen. Warum kommt sie nicht mit einer kleineren Fläche aus, wenn sie doch noch keine konkreten Planungen hat? Warum zieht Oberbürgermeister Treis nicht den Bereich „Auf Lend“ oder die Flächen westlich von Hausen und südlich des dort bereits ansässigen OBI-Marktes in Erwägung? Warum müssen die vermeintlichen Lagerhallen überhaupt auf Mayener Stadtgebiet liegen?

Oberbürgermeister Treis hätte dafür sorgen können, dass dem wichtigsten Einwand der Gutachter, nämlich der „Sensibilität“ dieser Landschaft bezogen auf einen solchen Eingriff, Rechnung getragen würde. Warum thematisieren die Gutachten nicht den Einfluss auf die Gemeinde Alzheim, auch deren weitere Entwicklung?

Als Oberbürgermeister hätte er neben diesen sachlichen Fragestellungen auch eine echte, ergebnisoffene Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger organisieren können. So stellen sich die Aussagen bei seiner Wahl und des grünen Wahlprogramms als heiße Luft heraus.

Eine schwache und beschämende, aber leider folgenschwere Leistung, Oberbürgermeister Treis.


Die Stellungnahmen der grünen Stadträte

Die grünen JA-Sager aus Mayen versagen auf ganzer Linie. Ein Beispiel von immer neuen, wie aus grüner zunehmend schwarze Politik wird, erhobenen Hauptes, arrogant und unglaubwürdig wie nie.

Die Grünen der Stadt Mayen scheinen zu einem jämmerlichen Häufchen von JA-Sagern und Hörigen des grünen Oberbürgermeisters Treis verkommen zu sein; jedenfalls was die Ratsfraktion anbelangt.

Alle grünen Stadträtinnen und Stadträte wurden u. a. mit folgenden Worten per E-Mail um eine Stellungnahme gebeten:

„…wie haben die Grünen für sich, auch vor dem Hintergrund ihres Parteiprogramms, die maßlose Landschaftszerstörung durch das Industriegebiet Alzheim Spurzem gerechtfertigt, als sie für den Bebauungsplan im Mayener Stadtrat gestimmt haben?...“

Die Antworten (Zitate, die zahlreichen Rechtschreibfehler entsprechen den originalen Antworten) und anschließend meine Wertung:

Natascha Lentes: „Als gewählte Stadtratsmitglieder - auch als GRÜNE- sind wir nicht ausschließlich der Natur verpflichtet seid, auch wenn dies sicher unserer ganz persönlichen Intention entspräche. Entscheidungen dieser Art erfordern immer ein Abwägen vieler Faktoren, Naturschutz, Beeinträchtigungen für Bewohnerinnen und Bewohner, Arbeitsplätze, Steuerkraft etc. Hinsichtlich des Bebauungsplanes „Spurzem“ ist zusätzlich zu bewerten, dass es sich bei dem Investor um ein ortsansässiges Unternehmen handelt, das auf eine Flächenausweitung angewiesen ist, die in unmittelbarem Zusammenhang zu den bereits bestehenden Betriebsstätten steht. Somit sind mit der Entscheidung nicht nur neue Arbeitsplätze sondern auch bestehende Arbeitsplätze zu berücksichtigen, da andernfalls befürchtet werden muss, dass die Unternehmensgruppe über eine Standortverlagerung nachdenken muss. Daneben gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Firmengruppe Weig durch die Verarbeitung von Altpapier in hohem Maße positive Wirkungen auf die Umwelt erzielt. Die Berücksichtigung und Bewertung aller Faktoren führte zur Zustimmung.“ (E-Mail v. 2.10.16)

… und auf meine Nachfrage: „Dann liegen Ihnen Informationen über die Anzahl gefährdeter bzw. neu zu gewinnender Arbeitsplätze vor? Wenn Sie mir hierzu Konkretes mitteilen dürfen und wollen, würde mich das sehr freuen. Auch bzgl. einer drohenden Abwanderung des Unternehmens wäre ich an Konkretem sehr interessiert. Schließlich interessiert mich auch, wie Sie zu einer Wertung der Bedeutung dieser wunderschönen Landschaft für die Einwohner Alzheims kamen. Hatten Sie Gelegenheit sich vor Ort mit den Einwohner auszutauschen?“

Natascha Lentes: „… Wie Sie den Informationen der Firma Weig während der Einwohnerversammlungen entnehmen konnten, gibt es noch keine konkreten Pläne hinsichtlich der Nutzung des Industriegeländes und insofern können auch zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu neu entstehenden Arbeitsplätzen getroffen werden… Die Frage nach dem Landschaftsbild lässt sich genau wie die nach den Arbeitsplätzen erst dann beantworten, wenn ein konkreter Bauantrag eingereicht ist.“ (E-Mail v. 3.10.16)

Aaron Lentes: Keine Reaktion trotz wiederholter Nachfrage

Marika Kohlhaas: „HerrGättner, Abwarten Stadtrat am Mittwoch…“ (E-Mail v. 3.10.16)

… und auf meine Nachfrage: erfolgte keine Reaktion.

Matthias Kaißling: „…Sie stehen ja bereits mit meinen beiden Ratskolleginnen in Kontakt. Und Frau Lentes hat Ihnen bereits eine ausführliche Darlegung unserer Argumentationslinie aufgezeigt.

Darüberhinaus: Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes wurden durch einen Dipl. Biologen eine Fledermauskundliche Untersuchung (05.12.2012) und durch einen Dipl. Geograph eine Sonderuntersuchung Avifauna (September 2012) durchgeführt. Aus diesen Untersuchungen darf ich vielleicht kurz einzelne Erkenntnisse ableiten, die maßgeblich zur Entscheidungsfindung beitrugen. Im Nordwesten des Gebietes befindet sich zwischen intensiv genutzten Ackerflächen eine brachfallende Grünlandfläche auf trockenem Standort mit beginnender Verbuschung. Der überwiegende Teil des Untersuchungsgebietes wird intensiv ackerbaulich für den Getreideanbau genutzt. Diese großflächigen (teils mit Monokulturen beackerten) Anbauflächen werden nur von einzelnen Graswegen mit schmalen, krautigen Saumbereichen gegliedert. Das Plangebiet befindet sich in einem weitgehend ausgeräumten, offen, nach Nordwesten zur Ortslage Alzheim hin abfallenden Landschaftsraum. Dieser ‚Großraum‘ ist durch ausgedehnte Ackerschläge und die auf intensive landwirtschaftliche Nutzung abgestimmte Funktionsräume gekennzeichnet. Es fehlen bis auf die baumbestandnen Säume entlang des Wirtschaftsweges sowie einzelne Gebüschgruppen gliedernde und belebende Landschaftselemente. Und für mich persönlich sehr wichtig: Naturschutzgebiete (§ 17 LNatSchG), Landschaftsschutzgebiete (§ 20 LNatSchG), Naturparke (§ 21 LNatSchG) und Naturdenkmale (§ 22 LNatSchG) sind innerhalb des Untersuchungsraumes nicht ausgewiesen. FFH -Schutzgebiete gemäß Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH –Richtlinie) sind innerhalb des Untersuchungsraumes nicht festgesetzt. Schutzgebiete gemäß Richtlinie 79/409/EWG der Europäischen Union von 1979 (Vogelschutzgebiete) sind innerhalb des Untersuchungsraumes nicht ausgewiesen. Und innerhalb des Plangebietes befinden sich zudem keine Wasserschutzgebiete. Dem gegenüber steht jedoch, dass das Plangebiet Teil eines offenen, landwirtschaftlich genutzten Hangbereiches von dem Kalt-und Frischluftmassen insbesondere in nordwestliche Richtung nach Alzheim abfließen. Das Gebiet besitzt somit eine mittlere bis hohe Bedeutung für die Durchlüftung der Ortslage Alzheim. Um diesen Eingriff aufzufangen, sollen am Rand des Plangebietes standortgerechte Bäume und Sträucher angepflanzt werden. Zugleich stellen die Gehölz- und Biotoppotential dar. Ich könnte hier noch weitere Anhaltspunkte nennen, die durch die Untersuchungen das geplante Bauvorhaben insgesamt aber als vertretbaren Eingriff sehen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass um das Gebiet planerisch zu erfassen und Höhen Begrenzungen ein zu beziehen extra drei Bezugspunkte vorgesehen sind. Damit wird eine Bauhöhe von vornherein bestimmt…“ (E-Mail 2.10.16)

Katharina Slabik: keine Stellungnahme zur Sache selbst

Bewertung der Stellungnahmen der grünen Fraktion des Stadtrates der Stadt Mayen:

Drei von fünf sog. Grünen halten es erst gar nicht für notwendig selbst Stellung zu beziehen.

Hr. Kaißling betrachtet 10 Zeilen als eine „ausführliche Darlegung“. Darüber hinaus scheint er sich nur für Pflanzen und Tiere zu interessieren, auf das sog. „Schutzgut“ Mensch geht er gar nicht ein.

Fr. Lentes behauptet die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner einbezogen zu haben? Wie? Ohne diese selbst zu hören? Kein Wort dazu. Während sie ihren Kniefall vor der heimischen Industrie zunächst u. a. mit Arbeitsplätzen und Steuereinahmen begründet, können auf Nachfrage „zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen … getroffen werden“. Was denn nun, Fr. Lentes?

Weiter führt sie eine drohende Standortverlagerung an. Tage später erfuhren wir, dass Weig ausbaut, unmittelbar neben dem Firmengelände an der Polcher Straße. Was genau die Firma Weig in Alzheim bauen will, scheint sie nicht zu interessieren. Denn dann könnte man Alternativen in Erwägung ziehen.

Und mit der Frage nach dem Eingriff ins Landschaftsbild will sie sich erst beschäftigen, wenn der Bebauungsplan steht, wenn also nur noch Kosmetik möglich ist. Naiv.

Leicht zu erkennen ist, dass die Argumentationen aller grünen Ratsmitglieder mager sind und keiner Nachfrage standhalten. Die Ursache: Die Grünen sind mit dem Oberbürgermeister Treis an der Macht. Ungewohnt für Grüne, da heißt es leiser werden, anpassen, keine ungeeigneten Fragen stellen, Meister Treis gibt den Ton an. Was sollte auch dabei herauskommen, wenn der Sparkassenangestellte Treis die Industrie so wie hier unterstützt und die eigene Fraktion dagegen wäre?

Dieses Verhalten der Grünen ist enttäuschend und beschämend für alle demokratisch denkenden Menschen - aber lehrreich.


Was Sie tun können?

Informieren Sie sich über die Links auf dieser Internetseite oder bei der Stadtverwaltung Mayen. Dort liegen zz. alle Pläne und Unterlagen aus. Die Mitarbeitenden der Stadt Mayen sind gerne behilflich.

Besuchen Sie das betroffene Gebiet! Fahren Sie nach Alzheim, parken Sie an der Kirche und gehen dann Richtung Süden die Geringer Straße entlang, immer geradeaus, über den Ortsrand hinaus. Folgen Sie den Stationen des Kreuzweges, verweilen am Heiligenhäuschen und folgen dem Weg hoch bis zur alten Landstraße nach Polch. Wenn Sie dieser nach links folgen, erreichen Sie eine Sitzbank. Genießen Sie den Ausblick! Sie befinden sich dann mitten im geplanten Industriegebiet. Mehrere Hundert Meter nach rechts und links, entlang der gesamten alten Landstraße, das Gebiet hinter Ihnen bis zur Autobahn und ca. 200 m vor Ihnen wird alles überbaut werden.

Schreiben Sie Leserbriefe!

Schreiben Sie die Stadträte der Stadt Mayen an und bitten sie, zunächst einmal das Gebiet kennenzulernen, um das es geht! Fordern Sie, dass die Firma Weig ihnen begründet, warum 30 ha zusammenhängender Fläche benötigt werden, in Mayen und nicht an anderer Stelle, kleiner, aufgeteilt, bevor sie solche Entscheidungen ins Blaue treffen! Verlangen Sie, dass sie sich dafür einsetzen, dass die Alzheimer Bevölkerung abstimmen darf, für oder gegen den Bebauungsplan, als Entscheidungsgrundlage für den Rat der Stadt Mayen! Bitten Sie darum, dem Fraktionszwang nicht zu folgen und den Bebauungsplan vorerst abzulehnen oder zumindest abzuändern:

- Verkleinerung des Planungsgebietes auf 10 ha mit Kerngebiet zwischen A48 und alter Landstraße nach Polch
- Gebäudehöhen von max. 10 m
- Begrünung aller aus Richtung Alzheim sichtbaren Gebäude auf voller Höhe
- Abblendvorrichtungen für alle Ausleuchtungen, deren Licht ansonsten in Richtung Alzheim fallen würde
- Vorgaben, dass es weder zu Geruchs- noch Lärmbelästigung oder Schadstoffemissionen kommen darf
- echte Ausgleichsflächen auf dem Alzheimer Gemeindegebiet, zusammenhängend, nicht in acht kleine Flächen zerteilt und damit ohne Wirkung
- Ausgleichszahlungen i. H. v. € 50.000 pro Jahr zur freien Verwendung in der Gemeinde Alzheim

Dieses Anschreiben wurde an alle Stadträtinnen und Stadträte der CDU, SPD, FDP und FWM gerichtet:


Bringen Sie diese Forderungen auch selbst als offizielle Eingabe zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes bis zum 28. November 2016 vor!
Ihnen stehen dabei folgende Wege zur Verfügung:
Persönlich und mündlich vor Ort bei der Stadtverwaltung Mayen oder schriftlich, per Fax, auch per E-Mail bei
Stadtverwaltung Mayen, Stadtplanung, Rosengasse 2, 56727 Mayen, Tel. 02651-88-0, Fax 02651-88-52600, E-Mail info@mayen.de
Ansprechpartner u. a.: Jürgen Heilmayer, Zi. 412, Tel. 02651-88-4021, E-Mail juergen.heilmayer@mayen.de

Meine Eingabe bei der Stadt Mayen finden Sie hier.

Schreiben Sie die Firma Weig an (info@weig-karton.de)! Mein Anschreiben finden Sie hier.



Verteilen und versenden Sie dieses Flugblatt!


Vergessen Sie nicht, wie Ihre Vertreterinnen und Vertreter im Mayener Stadtrat in dieser Sache gehandelt haben. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.


Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Wahlfreiheit garantieren keine Bürgerbeteiligung, keine Demokratie

Schreiben Sie mir, wenn Sie sich gegen die Landschaftszerstörung und das undemokratische Vorgehen der Verantwortlichen stellen wollen! Schreiben Sie mir Ihre Stellungnahme gegen das Vorhaben! Dokumentieren Sie auf dieser Seite, dass Sie nicht wegschauen, wenn Industrie und Politik gemeinsam ihre Interessen über die Köpfe der Menschen hinweg durchsetzen! Positionieren Sie sich gegen die Scheinheiligkeit derer, die von Bürgerbeteiligung sprechen und das nur soweit zulassen, wie es ihnen selbst passt! Auf Ihren Wunsch hin veröffentliche ich hier Ihre Worte.

E-Mail an Edgar Gättner (spurzem-alzheim@gmx.de) gegen die Landschaftszerstörung im Industriegebiet Spurzem in Mayen-Alzheim, verantwortet von Oberbürgermeister Treis, dem Stadtrat der Stadt Mayen u. a.

V. i. S. d. P. und Ersteller dieser Internetseite: Edgar Gättner, Krim 9, 58540 Meinerzhagen